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Cool'n'Quiet? Sieben VGA-Kühler im Vergleich
von Kai Ohlthaver
Thermaltake Extreme Giant III

Hersteller: Thermaltake
Anbieter: z.B. PC-Cooling oder MR Computertechnik
Preis: ca. 30 Euro


Thermaltake Extreme Giant III (Bild anklicken zum Vergrößern!)

Verarbeitung/Material
Schon allein das verwendete Material lässt auf gute Kühlleistung schließen: zwei mittelgroße Alu-Kühlplatten, davon eine sogar mit "Deckel", d.h. die Karte ist auch von oben mit Alu bedeckt. Dazu gesellen sich zwei der bekannten Heatpipes und zwei Lüfter, auf die wir noch genauer eingehen werden. Einer davon (mit sehr geringem Durchmesser) sitzt oben auf dem Kühler und jagt im Mühlrad-Prinzip die Luft nach unten zwischen die Kühlflächen. Der andere, größere Lüfter bläst direkt auf die Front-Aluplatte.
Durchweg fällt kein Mangel auf, das Material wirkt solide und gut gearbeitet, sogar RAM-Kühler sind dabei. Ersatzteile gibt es reichlich und eine einfache Wärmeleitpaste ist ebenfalls dabei. Dann noch die extra Slotblende, mit der die Lüfter gesteuert werden können: Der kleine "Blower" kann ein- und ausgeschaltet werden, der größere "ReverFlow"-Lüfter kann in drei Stufen eingestellt werden. Das Ganze verursacht natürlich auch eine zunehmende Kabelmenge im Gehäuse.

Zusammenbau
Am Anfang klappte der Zusammenbau durchweg gut. Sicherlich muss man etwas Zeit einplanen, denn von der Anzahl der Bauteile her gesehen ist dieses Modell der Spitzenreiter des Testfeldes. Diese Komplexität erfordert natürlich Zeit, es wurde aber nie über die Maßen kompliziert. Thermaltake geht bei der Montage der Kühlbasis mal einen anderen Weg und liefert kleine Rahmen mit, an denen Greifarme montiert sind, die sich per Schrauben auf jede erdenkliche Mounting-Hole-Postion einstellen lassen. Dies ist ein annehmbarer Kompromiss: Der Zalman bleibt in seiner Stabilität und Einfachheit ungeschlagen, bei der Kompatibilität hat aber dieses System seine Vorteile. Die Montage fiel auch nicht so kompliziert aus, wie z.B. beim NQ-3800. Erst beim Anschrauben der Kühlplatten fiel uns ein grober Mangel im Handbuch auf: Es wird nicht darauf hingewiesen, dass die Befestigungsschrauben der zwei Arme unbedingt ganz oben bzw. unten am Metallrahmen angebracht werden müssen. Schiebt man diese weiter nach innen, sitzt zwar auch alles perfekt fest. Beim Anschrauben der Kühlplatten verbiegt man aber zwangsläufig die Heatpipes, da diese dann mit den Schrauben kollidieren. Das hätte das (sonst durchweg gute) Handbuch besser darstellen können.


Slotblende des Thermaltake Extreme Giant III (Bild anklicken zum Vergrößern!)

Dokumentation
Bis auf den fehlenden Hinweis ist die Doku exzellent: Explosionszeichnung, Beschreibung der Einzelteile, Hinweis in welchem Beutel welche Schrauben sind, viele Kontrollbilder und Warnhinweise. Da kommt nie Verwirrung auf (es sei denn, man ist des Englischen nicht mächtig).

Kühlleistung
Was für ein Reinfall! Vorweg muss man sagen, dass beide Turbinen (so muss man die Lüfter zwangsläufig nennen) bei voller Leistung einen Lärmpegel entfalten, dass es eines verdammt wattstarken Soundsystems bedarf diesen zu übertönen. Speziell der Lärm des "Blowers" (9000 Umdrehungen!) ist sehr, sehr nervtötend. Wenn dieses Monstrum denn nun wenigstens alles bisher Gesehene an Kühlleistung in den Schatten stellen würde, wäre das noch zu vertreten. Das Gegenteil ist der Fall: 31/22°C boot, 45/34°C office und 58/47°C unter Last. Damit ist der Kühler 7°C schlechter als der um Längen leisere und kleinere Zalman. Und auch der flüsterleise NQ-3801 lässt dieses Monster problemlos hinter sich - 6°C Unterschied.
Das kann weder an unseren ganz leicht gekrümmten Heatpipes noch an eventuellen Montagefehlern liegen, denn beide Kühlflächen erhitzen sich gleichmäßig stark während des Betriebes.

Wir werten die Kühlleistung bei Betrieb mit 2 Lüftern und voller Leistung, so kommt der Kühler denn doch noch auf seine acht Punkte. Will man ein einigermassen angenehmes Geräusch, dann muss man den kleinen Lüfter aus- und den anderen auf "low" schalten. Allerdings brechen dann die Temperaturen in Office auf 53/41°C und unter Vollast auf 69/57°C ein. Eine Wahl der Qual - entweder heisse Karte oder heisse Ohren.

Kompatibilität
Es waren keine Kollisionen mit Mainboard-Komponenten etc. festzustellen, wenn es auch wieder recht eng wird über der Northbridge-Kühlung. Auch auf der Karte selbst bleibt genug Platz für RAM-Kühlung und das Haltesystem verspricht Kompatibilität zu einer ganzen Reihe von Grafikkarten.

Bewertung

Thermaltake Extreme Giant III
Preis (15%)
Kühlleistung (30%)
Lautstärke (25%)
Handhabung (20%)
Ausstattung (10%)
Gesamt (max. 10 Pkt.)
8
8
5
7
8
7,1


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[1] Cool'n'Quiet? Sieben VGA-Kühler im Vergleich
[2] Testsystem und Messverfahren
[3] NorthQ NQ-3800
[4] AeroCool VM-101
[5] Thermaltake Schooner
[6] NorthQ NQ-3801
[7] Zalman VF700-Cu
[8] Thermaltake Extreme Giant III
[9] Arctic Cooling NV Silencer 4 (Rev. 2.0)
[10] Fazit


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