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Laing Delphi DDC-1/T Wasserpumpen Special
von Uwe Piefke
Zweiter Praxistest: Praktische Ergebnisse

Im bislang zwei Wochen dauernden, intermittierendem Praxisbetrieb mit zwei DDC-1 seriell in einem PC-System mit 1A-Cooling HV3, NB- und GPU-Kühler sowie externem Durchlaufkühler und einem externen Netzteil 12V/5A, ergab sich folgendes:

Sofort nach der Inbetriebnahme lag der Durchfluss bei 130L/h und beide Pumpen schalteten nach ca. 2 Sekunden gleichzeitig ein. Der Durchfluss verbesserte sich innerhalb weniger Tage auf 160L/h und hält diesen Wert seitdem stabil. Vorausgesetzt, beide Pumpen schafften es auch anzulaufen. Die Verbesserung des Durchfluss ist darauf zurückzuführen, dass noch nicht alle Luft aus dem Kreislauf heraus war.

Ganz im Gegensatz zum Durchfluss verschlechterte sich das Anlaufverhalten beider Pumpen im Twin-Betrieb von Tag zu Tag. Zunächst startete die erste Pumpe im Kreislauf von Tag zu Tag später (5sek bis zu 50sek), bis diese gar nicht mehr anlief. Das war nach 10 Tagen der Fall. Lief die Pumpe 1 nicht an, war diese unten am Gehäuseboden im Bereich der Elektronik merklich warm geworden. Ganz im Gegensatz zur zweiten Pumpe, die lief und unten nur handwarm war. Durch Ab- und wieder Anstecken war die erste Pumpe zunächst nicht dazu zu bewegen anzulaufen. Erst, als sie sich abgekühlt hatte, lief diese nach Anstecken der +12V an und der Durchfluss stieg von 115L/h auf die gewohnten 160L/h. Jede Pumpe bringt einzeln 115L/h.

Hardcore-Anwendern seien zwei seriell geschleifte Pumpen empfohlen

Derzeitiger Weltmaßstab aus deutscher Entwicklung

Nach Rücksprache mit dem Haus Laing wurde zunächst das +12V/5A Netzteil als Ursache vermutet, zumal eine einzelne Pumpe bei ungünstiger Rotorstellung bis zu 4,5A Anlaufstrom benötigt. Daraufhin wurde jede der zwei Pumpen mit je einem +12V/5A Netzteil versorgt, aber die Probleme blieben auch, nachdem die Pumpen direkt an die +12V an einem PC-Netzteil (Antec 550 Watt, +12V/24A) angeschlossen wurde. Pumpe 1 lief nicht an und Pumpe 2 brauchte inzwischen auch schon mal 15sek zum Anlaufen. Daraufhin wurden beide Pumpen geöffnet und überprüft. Es konnte kein Schmutz festgestellt werden. An einer Seite des Kugelrotors war an beiden Pumpen ein schwarzer (Farb-)Klecks von 5x5mm zu erkennen, offensichtlich von der Produktion her stammend. Beide Pumpen wurden trotzdem gesäubert, zusammengebaut und wieder in Betrieb genommen. Der Durchfluss ist wieder bei 160L/h und es bleibt abzuwarten, was in der nächsten Zeit in Bezug auf die Anlaufprobleme passiert. Als weitere Maßnahmen sind angedacht:

  • einen schmierfähigen Wasserzusatz zu verwenden
  • die Versorgungsspannung der Pumpen zu verringern
  • die Einbauposition der Pumpen von horizontal auf vertikal zu ändern

Während der vielen Tests außerhalb des PC-Kühlkreislaufs ergaben sich keine derartigen Anlaufprobleme. Somit kann das hier festgestellte Problem durchaus in dem speziellen Setup mit externem Durchlaufkühler etc. begründet sein und wird deshalb aus der Bewertung herausgenommen.

Nachdem diese Anlaufprobleme in dem speziellen Setup anhalten, gibt es mittlerweile folgende Spekulation, welche sich insbesondere auf den seriellen Betrieb bezieht:

Mit allen Pumpen, die bisher getestet wurden, gab es keine Anlaufprobleme über Nacht, wie bei den DDC Pumnpen. Auch mit der Zeitverzögerung der einzelnen DDC-Pumpen gab es bislang keine derartigen Erfahrungen.

Was ist bei der DDC-1 anders? - die Lagerung vom Kugelrotor! Der Kugelrotor wird ja bereits durch Magnetkraft auf die Keramik-Kugelachse gedrückt. Im Kreislauf des Testaufbaus kommt zusätzlich noch der Wasser-Druck hinzu. Über Nacht bzw. über längere Zeit wird wohl der Kugelrotor - spekulativ vermutet - so stark auf die Keramik-Kugelachse gedrückt, dass die Pumpe es nicht schafft anzulaufen. Der vorhandene System Wasserdruck wirkt zusätzlich zur ständig vorhandenen Magnetkraft auf das Lager. Vermutlich hat sich das Keramiklager in den ersten Tagen gut eingelaufen und jetzt reicht zum Anlaufen die Kraft der 10Watt-Pumpe nicht mehr aus.

Eine offizielle Freigabe der DDC Pumpen für den seriell geschalteten Betrieb liegt uns nicht vor. In sofern kann es sein, dass gerade bei einem solchen Aufbau die Pumpen nicht dafür ausgelegt sind. In wie weit ein entsprechender Wasserzusatz eine Verbesserung ermöglichen kann, werden wir noch austesten.

Update: Erweiterter Praxistest - die Lösung

Wir haben mittlerweile vollstes Vertrauen in die Laing DDC Pumpen.

Nachdem im Web mittlerweile bekannt wurde und wir von Laing Nachricht erhielten, dass einige Vorserien-Pumpen aus US- und deutscher Produktion einen Firmware-Fehler und Anlaufprobleme aufweisen, kamen gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit der 12V Pumpen unter bestimmten Rahmenbedingungen auf.

Wie bereits im Praxistest 2 aufgeführt, haben wir bezüglich Anlaufprobleme im seriellen Betrieb noch weitere Tests absolviert und die vermeintlichen, technischen Probleme gelöst. Grundsätzlich verwenden wir für Tests destilliertes Wasser ohne Zusatz, um die allgemeinen Ergebnisse nicht zu verfälschen. Unabhängig von besagtem Firmware-Fehler waren die Anlaufprobleme von anderer Ursache.

Als Ursache vermuteten wir ein Einlaufen des Keramiklagers, auf Grund Magnet-/Wasserdrücken und Austrocknen des Lagers im Ruhezustand.

In der Tat war die Lösung ganz einfach: ein ordentlicher Wasserzusatz und - ob fehlerhafte oder aktuelle Firmware-Versionen - die Pumpen hatten keine Anlaufprobleme mehr.

So knackig wie die Pumpen nun immer loslegen, das ist kein Vergleich zu vorher. Die beiden Pumpen sind nun an einem +12V/5A Netzteil angeschlossen und das verwendete InnovaProtect ist schätzungsweise 1:10 gemischt. In den AB passt geradeeinmal eine Flasche mit 250ml. Der AB ist bei laufenden Pumpen randvoll und fast luftleer gefüllt und dann verschlossen worden. Der Druckausgleich (10cm Wassersäule im AB, ~0,1 Liter) kann nicht stattfinden, somit bleibt der Druck im Kreislauf.

Was ist zur DDC abschließend zu bemerken:

Von einem Betrieb ohne Wasserzusatz ist dringend abzuraten und endet früher oder später mit einer nichtanlaufenden Pumpe. Destilliertes Wasser im Kreislauf ist für das Lager des Kugelrotors ein denkbar schlechtes Schmiermittel, nämlich keines.

Vorteile vom Wasserzusatz:

  • die DDC Pumpe läuft problemlos in etwa 2 Sek. an, besonders nach längeren Stillstandszeiten sind ohne Zusatz Probleme zu erwarten/befürchten
  • die DDC Pumpe läuft merklich ruhiger, weniger Vibrationen und weniger Geräusche (dies gilt auf Grund unserer allgemeinen Testerfahrungen allerdings auch für Pumpen anderer Bauart)

Nachteil vom Wasserzusatz im Test-PC:

  • weniger Durchfluss, statt 160 L/h nur noch 145 L/h, also ~10% weniger, abhängig vom Mischungsverhältnis
  • schlechtere CPU-Temperaturen von ~1°C im Test-PC
  • laut Anwendungshinweise von Innovatek zum InnovaProtect darf der Zusatz nur in geschlossenen Kreisläufen verwendet werden. Als Mischungsverhältnis wird 25-55% empfohlen

Hinweis zum elektrischen Anschluss der DDC:

  • möglichst kurze Leitungen zur DDC-Pumpe verwenden, wegen Spannungsabfall
  • möglichst ein Netzteil verwenden, das auf der +12V-Schiene die Nennspannung einhält oder sogar darüber liegt

Insgesamt überwiegen aber die Vorteile der DDC Pumpe im Vergleich zu allen anderen Wakü-Pumpen, auch wenn Wasserzusatz verwendet werden muss. Die DDC Pumpen werden als Twin im PC-System dauerhaft belassen.


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[1] Laing Delphi DDC-1/T Wasserpumpen Special
[2] Merkmale der Probanden I
[3] Merkmale der Probanden II
[4] Merkmale der Probanden III
[5] Laing DDC-1
[6] Erster Praxistest
[7] Messwerte Pumpendrehzahl
[8] Zweiter Praxistest: Praktische Ergebnisse
[9] Testaufbau - Vergleiche
[10] Fazit


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